Home | Steckbrief | WM-Bilanz | Umfragen | Quiz | WM 2000 bis 2003 | Gästebuch | Forum | Fotos 

Valentinos Rennen vom Jahr 2000 bis 2003 auf einen Blick

Rennen Nr. 1 am 19. März 2000
Grand Prix von Südafrika in Welkom

Sieger: Garry McCoy Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Sete Gibernau Startplatz Rossi: 5
WM-Leader: Garry McCoy (25 Pkt) WM-Platz Rossi: - (0)

Beim 500er-Debüt gestürzt - Aber schnellste Runde

Das Debüt von Valentino Rossi in der Klasse bis 500 ccm verlief nicht nach Wunsch. In der 13. Runde rutschte ihn am Ausgang einer Kurve das Hinterrad weg. Bereits der Start war missraten, obwohl Valentino das Rennen aus der zweiten Reihe anging. Dennoch kam er nur an 13. Position weg. Vorne an der Spitze kämpften Roberts, Checa und Capirossi um die Führung. Bis zur 9. Runde hatte Rossi sich an die 8. Stelle vorgearbeitet. In der 13. Runde überholte er Crivillé, kam aber unmittelbar danach zu Fall.

Rennen Nr. 2 am 2. April 2000
Grand Prix von Malaysia in Sepang

Sieger: Kenny Roberts Schnellste Runde: Kenny Roberts
Pole Position: Kenny Roberts Startplatz Rossi: 7
WM-Leader: Garry McCoy (41) WM-Platz Rossi: - (0)

Erneuter Sturz - Valentino musste noch Lehrgeld bezahlen

Auch in Sepang kam Valentino nicht ans Ziel. Diesmal stürzte er schon in der 5. Runde. Durch einen Highsider wurde er an 3. Stelle liegend von seiner Honda katapultiert. Der Start war diesmal gelungen. Valentino kam als Vierter weg. Nur Checa, Abe und McCoy waren schneller als er gewesen. Rossi hielt das Tempo in der Spitzengruppe ohne weiteres mit. Doch plötzlich scherte das Hinterrad aus, das Rennen war für Valentino zu Ende.

 

Rennen Nr. 3 am 9. April 2000
Grand Prix von Japan in Suzuka

Sieger: Norifumi Abe Schnellste Runde: Kenny Roberts
Pole Position: Kenny Roberts Startplatz Rossi: 13
WM-Leader: Kenny Roberts (60) WM-Platz Rossi: 11 (5 Punkte)

Valentino fuhr in Japan erstmals in die Punkteränge

Beim dritten Anlauf klappte es endlich: Valentino fuhr in Suzuka zum erstenmal in der Königsklasse in die Punkteränge. Zu mehr als Platz elf reichte es aber auch in Suzuka nicht. Während an der Spitze ein spannender Kampf zwischen nicht weniger als neun Fahrern tobte, kam der junge Italiener auf dem anspruchsvollen Circuit in Japan nie in die Gänge. Bereits im Training hatte er mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Er konnte kein Vertrauen in das Vorderrad aufbauen. "Die Maschine untersteuerte. Ich konnte die Linie nicht halten", gab er nach dem Rennen zu Protokoll. Mit 304 km/h fuhr Valentino aber zumindest den höchsten Top-Speed. Außerdem sah er in diesem Jahr erstmals die Zielflagge. Es ging bergauf.

 

Rennen Nr. 4 am 30. April 2000
Grand Prix von Spanien in Jerez

Sieger: Kenny Roberts Schnellste Runde: Kenny Roberts
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 2
WM-Leader: Kenny Roberts (80) WM-Platz Rossi: 11 (21)

Platz drei - Valentino erreicht erstes Podium in der Königsklasse

Beim ersten Rennen in Europa feierte Valentino einen schönen Erfolg. Beim Regenrennen in Jerez wurde der Honda-Fahrer Dritter hinter Carlos Checa und Sieger Kenny Roberts. Rossi kam als Dritter weg vom Start hinter Barros und Roberts, der sich an der Spitze einen kleinen Vorsprung herausfuhr. Valentino konnte als Zweiter die Lücke nicht schließen. In der 15. Runde übernahm Checa den 2. Platz von Valentino. Zwei Runden später wurde das Rennen wegen leichten Regens abgebrochen. Beim Neustart übernahm Checa die Führung. Rossi hielt sich auf Position fünf auf, wurde aber in der Gesamtwertung von Crivillé hart bedrängt. Beim Zusammenrechnen beider Rennen siegte Roberts vor Checa und Rossi. "Das war ein sehr langer Nachmittag", meinte Valentino, der sich über diesen ersten Podestplatz sehr freute. 

 

Rennen Nr. 5 am 14. Mai 2000
Grand Prix von Frankreich in Le Mans

Sieger: Alex Crivillé Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 10
WM-Leader: Kenny Roberts (90) WM-Platz Rossi: 9 (37)

Valentino wieder Dritter - Nur eine halbe Sekunde fehlte zum Sieg

Im französischen Le Mans wiederholte Valentino seinen 3. Platz von Jerez. Das Rennen an der Spitze war bis zum Schluss heiß umkämpft. Während Pole-Setter Biaggi in der 4. Runde in Führung liegend stürzte, setzte Roberts sich mit 2,3 Sekunden Vorsprung vor Crivillé leicht ab. Rossi lag eingeschlossen in einem Pulk an der 6. Stelle. Nach 12 Runden begann der Vorsprung von Roberts bedenklich zu schmelzen. Valentino war zu diesem Zeitpunkt Vierter. In der 19. Runde hatten die Verfolger Roberts eingeholt. Crivillé übernahm die Spitze, dann Abe. In der 24. Runde stieg die Spannung. Rossi (3.) bedrängte Crivillé. Der harte Fight zwischen den drei Führenden endete erst auf der Ziellinie. Crivillé gewann hauchdünn vor Abe und Rossi. Ein phantastisches Rennen. "Dieser Erfolg ist wertvoller als der 3. Platz im chaotischen Rennen in Spanien", meinte Valentino über seinen zweiten Podestplatz.

 

Rennen Nr. 6 am 28. Mai 2000
Grand Prix von Italien in Mugello

Sieger: Loris Capirossi Schnellste Runde: Loris Capirossi
Pole Position: Alex Barros Startplatz Rossi: 3
WM-Leader: Kenny Roberts (100) WM-Platz Rossi: 10 (41)

Dramatik pur beim Heim-Grand-Prix in Italien

Valentino musste sich beim Heim-GP in Mugello mit dem 12. Platz begnügen und gehörte dennoch zu den großen Helden an diesem Tag. Gemeinsam mit seinen Landsleuten Biaggi und Capirossi hatte sich Valentino einen Kampf an der Spitze um Biegen und Brechen geliefert. In der vorletzten Runde rutschte Rossi in Führung liegend das Vorderrad weg. Pech, der erste Sieg war greifbar nahe. Biaggi passierte eine Runde später das gleiche Missgeschick. Capirossi gewann schließlich das Rennen, das die 70.000 Tifosis vor Ort von den Stühlen riss. Capirossi sprach von seinem schönsten Sieg in seiner Karriere. Es war ein Rennen der Superlative, das Valentino als Sieger gut zu Gesicht gestanden hätte. Schade, denn Roberts hätte dann an der Spitze der WM noch ganz schön bangen müssen.

 

Rennen Nr. 7 am 11. Juni 2000
Grand Prix von Katalonien in Barcelona

Sieger: Kenny Roberts Schnellste Runde: Alex Barros
Pole Position: Alex Barros Startplatz Rossi: 9
WM-Leader: Kenny Roberts (125) WM-Platz Rossi: 8 (57)

Weiterer Podestplatz beim Regenrennen in Spanien

Valentino war nie ein Freund nasser Pisten. In Barcelona aber schüttete es in Strömen und der Italiener wurde Dritter. Rossi erwischte einen guten Start und kam als Sechster aus der ersten Runde zurück. Roberts baute seinen Vorsprung an der Spitze auf 5,3 Sekunden aus. Mehrere Konkurrenten stürzten auf dem nassen Parcours. Valentino kämpfte sich nach 10 Runden an die 4. Stelle. An der Spitze hatte Barros die Führung übernommen, doch wenig später streikte die Zündung an seiner Honda. Valentino kämpfte unterdessen mit Abe und Aoki um den 2. Platz. Er gab nicht auf und verdrängte Aoki auf Platz vier. Im Ziel wurde Rossi Dritter und war erleichtert: "Die Piloten, die gestürzt waren, fuhren mit zu hohem Speed. Ich bin vorsichtig geblieben. Als Barros ausfiel, spürte ich, dass ich das Podest erreichen konnte."

 

Rennen Nr. 8 am 24. Juni 2000
Grand Prix der Niederlande in Assen

Sieger: Alex Barros Schnellste Runde: Max Biaggi
Pole Position: Loris Capirossi Startplatz Rossi: 6
WM-Leader: Kenny Roberts (125) WM-Platz Rossi: 8 (67)

Beim chaotischen Abbruchrennen wurde Valentino Sechster

Chaotischer hätte das Rennen in Assen nicht sein können. Kurze, aber heftige Schauer wechselten sich mit Sonnenphasen ständig ab. Mal war die Strecke total nass, und nur wenige Minuten später trocknete sie wieder auf. Valentino kam mit diesen Verhältnissen nicht sonderlich gut zurecht. Am Ende eines zweiteiligen Abbruchrennens landete er auf den 6. Platz. Noch schlimmer hatte es WM-Leader Roberts erwischt. Der US-Amerikaner wurde in der ersten Runde in Führung liegend wild durch die Luft katapultiert nach einem Highsider. Er blieb zum Glück unverletzt. Für Valentino hatte das Rennen keineswegs schlecht begonnen. Beim Abbruch in der 5. Runde lag er an 4. Stelle. Beim Neustart übernahm er sogar die Führung. Doch diesen Platz konnte er nicht lange halten. Barros, Crivillé und Capirossi fuhren an Valentino vorbei. In den letzten Runden auch noch Checa und Biaggi. Barros siegte unterdessen und gewann nach sieben Jahren sein zweites Rennen in der Königsklasse.

 

Rennen Nr. 9 am 9. Juli 2000
Grand Prix von England in Donington

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Garry McCoy
Pole Position: Alex Barros Startplatz Rossi: 4
WM-Leader: Kenny Roberts (145) WM-Platz Rossi: 5 (92)

Valentino gewinnt seinen ersten GP in der Königsklasse

Endlich hatte es geklappt. In seinem 9. GP gewann Valentino sein erstes Rennen in der Königsklasse. Nach einem Klasse-Fight auf nasser Strecke mit Kenny Roberts und Jeremy McWilliams entschied der Italiener das Rennen auf der britischen Insel knapp für sich. In den ersten Runden des Rennens spielte Valentino noch keine Rolle. Er hielt sich an der 11. Stelle auf. Doch Runde für Runde klappt es besser. In der 10. Runde war der Honda-Pilot bereits Fünfter. Roberts hatte gerade zuvor die Spitze übernommen. Nach 15 Runden überholte Valentino McWilliams und stürmte auf Platz zwei. Das Fahren auf der abtrocknenden Piste wurde immer schwieriger. Rossi riskierte alles und schloss zum Führenden Roberts auf. Doch auch McWilliams hatte sein letztes Wort noch nicht gesagt und preschte an die Spitze. Drei Runden vor dem Ende erkämpfte Rossi sich Platz eins. Er wehrte alle Angriffe von McWilliams und Roberts ab. Der erste Sieg war mit 21 Jahren und 144 Tagen in der Tasche. Nur Abe, Mamola und Hailwood waren jünger bei ihrem ersten Halblitersieg gewesen. 

 

Rennen Nr. 10 am 23. Juli
GP von Deutschland am Sachsenring

Sieger: Alex Barros Schnellste Runde: T. Okada
Pole Position: Kenny Roberts Startplatz Rossi: 6
WM-Leader: Kenny Roberts (161) WM-Platz Rossi: 3 (112)

Valentino stürmt auf 3. Platz in der Weltmeisterschaft

Valentino war nach seinem Sieg in Donington nicht mehr zu bremsen. Auch am Sachsenring war er der Star. Zwar musste er den Sieg hauchdünn Alex Barros überlassen. Doch der unbestrittene Star war Vale gewesen. Von der 16. Stelle in der ersten Runde kämpfte er sich bis fünf Runden vor Schluss an die Spitze. Unglaublich, wo doch das Überholen am Sachsenring so schwierig ist. Doch Valentino ließ sich davon nicht beirren. Runde für Runde schnappte er sich einen bis zwei Konkurrenten. Die 72.000 Zuschauer waren schier aus dem Häuschen. Sechs Fahrer lieferten sich an der Spitze einen unerbittlichen Kampf. Zeitweise hätte man sie alle unter einem Handtuch verstecken können. Barros behielt schließlich das dickere Ende für sich. In der vorletzten Runde schnappte der Brasilianer Rossi den ersten Platz weg. Valentino wurde Zweiter und übernahm im Gesamtstand die 3. Stelle. Im Training war er übrigens böse per Highsider auf den Asphalt geschmissen worden. Dieser Sturz ließ ihn aber im Rennen unbeeindruckt. Wer hatte etwas anderes erwartet?

 

Rennen Nr.11 am 20. August 2000
Grand Prix von Tschechien in Brünn

Sieger: Max Biaggi Schnellste Runde: Max Biaggi
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 5
WM-Leader: Kenny Roberts (174) WM-Platz Rossi: 2 (132)

Biaggi gewinnt, Vale wird Zweiter und verkürzt den Abstand

Die wärmsten Temperaturen in dieser Saison herrschten in Brünn. Für Valentino kein Grund sich irgendwo an einem schattigen Plätzchen zu verstecken. Zwar blieb Biaggi an diesem Tag unantastbar. Der Römer beendete durch seinen Sieg in souveräner Manier seine lange Durststrecke. Rossi lieferte sich unterdessen einen harten Kampf mit McCoy um Platz zwei. Beide Fahrer schenkten sich keinen Zentimeter. Knapp dahinter fuhren Roberts und Capirossi ebenfalls Runde für Runde Kampflinie. Capirossi hatte in der ersten Runde die Führung übernommen. Biaggi war Zweiter gefolgt von Vale. Ab der 2. Runde übernahm Biaggi die Führung und ward nie mehr gesehen. Spannend war nur noch der Kampf um die beiden anderen Podiumsplätze. Vale und McCoy wechselten sich ab der 6. Runde ständig an der 2. Stelle ab. Mitte des Rennens schien es so, dass auch McCoy sich leicht absetzen konnte. Doch Valentino blieb wachsam und blies zum entscheidenden Angriff. Zwei Runden vor dem Ende überholt er McCoy und wurde Zweiter. Auch in der WM-Wertung übernahm Vale Platz zwei!

 

Rennen Nr. 12 am 3. September 2000
Grand Prix von Portugal in Estoril

Sieger: Garry McCoy Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Garry McCoy Startplatz Rossi: 12
WM-Leader: Kenny Roberts (194) WM-Platz Rossi: 2 (148)

Valentino wieder Dritter, doch Roberts punktet diesmal höher

Zum siebten Mal erreichte Valentino in dieser Saison das Podium. Um den Sieg konnte er jedoch nicht mit wetteifern. McCoy hatte einen fabelhaften Tag erwischt und siegte mit fünf Sekunden Vorsprung. Dahinter lieferten sich aber Rossi, Roberts und Biaggi einen harten Kampf. Aus der zweiten Runde kam Vale lediglich als Neunter. Der Start war wieder einmal nicht berauschend. Nach sechs Runden lag er aber schon an Platz sechs. Nach 13 Runden hatte Vale Biaggi eingeholt, der Vierter war. Der 21-Jährige zögerte nicht lange und ließ Biaggi stehen. In Runde 22 war der Rückstand auf Roberts (2.) auf 4,2 Sekunden geschmolzen. Doch die Zeit lief Vale davon. Er kam zwar noch bis ans Hinterrad des WM-Leaders heran, doch es reichte dennoch nur zu Platz drei. Roberts hatte damit eine wichtige Schlacht um den Titel gewonnen.

 

Rennen Nr. 13 am 17. September 2000
Grand Prix von Valencia

Sieger: Garry McCoy Schnellste Runde: Alex Crivillé
Pole Position: Kenny Roberts Startplatz Rossi: 5
WM-Leader: Kenny Roberts (214) WM-Platz Rossi: 2 (148)

Valentinos Sturz verhinderte Kampf um WM-Titel

In Valencia entwickelte sich wieder ein hochdramatisches Rennen. Hauptakteur war Valentino gewesen, der allerdings für seine spektakuläre Fahrweise auch einen hohen Preis bezahlen musste. Drei Runden vor dem Ende überholte Vale den an 2. Stelle liegenden Roberts, ging aber wenige Meter später zu Boden. Der Kampf um den WM-Titel war damit praktisch zu Gunsten des US-Amerikaners entschieden. Spektakulärer als Valentino konnte man kaum noch fahren. Seine Überholmanöver und sein angriffslustiger Fahrstil waren wieder eine Augenweide. In der 19. Runde fing Vale an dritter Stelle liegend einen wilden Slide mit dem Ellenbogen und dem Knie ab. Unglaublich! Vale fuhr nämlich über 140 km/h. Alle hatten ihn bereits im Kiesbett gesehen. Valentino verlor durch dieses Manöver nur zwei Plätze und blieb völlig unbeeindruckt. Fünf Runden vor dem Ende tauchte Vale wieder am Hinterrad von Roberts auf. Nur wenige hundert Meter später überholte er ihn, übertrieb es aber mit seiner Schräglage und stürzte in den Kies. Die Weltmeisterschaft war damit ade.

 

Rennen Nr. 14 am 7. Oktober 2000
Grand Prix von Brasilien in Rio

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 4
WM-Leader: Kenny Roberts (224) WM-Platz Rossi: 2 (173)

Vale gewinnt sein zweites 500er-Rennen. Roberts wird Weltmeister

In Rio wurde die WM 2000 entschieden. Kenny Roberts reichte ein 6. Platz zum vorzeitigen Titelgewinn, und den holte er sich auch. Valentino feierte unterdessen seinen zweiten Sieg in der Königsklasse und seinen 28. insgesamt. Vale trauerte nicht lange um den verpassten WM-Titel herum. "Ich kann noch oft Weltmeister werden", verkündete er frohgelaunt. Okada hatte einen Blitzstart erwischt, Vale war Siebter. Anschließend übernahm Barros vor seinem Publikum die Führung. Vale tauchte in der 6. Runde an vierter Stelle auf. Nach 12 Runden schob er sich an die 2. Stelle ans Hinterrad von McCoy. Eine Runde später schnappte Vale sich den Australier und fuhr einen kleinen Vorsprung heraus, den er bis zum Schlussfinish hartnäckig vor Barros verteidigte. 

 

Rennen Nr. 15 am 15. Oktober 2000
GP des Pazifiks in Motegi

Sieger: Kenny Roberts Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 5
WM-Leader: Kenny Roberts (249) WM-Platz Rossi: 2 (193)

Vale Zweiter hinter entfesselten Kenny Roberts

In Motegi fuhr sich der frischgebackene Weltmeister Kenny Roberts den angesammelten Druck der letzten Wochen von der Seele. Vom Start weg übernahm der Kalifornier die Führung und gewann mit sechs Sekunden Vorsprung. Vale, der nur Achter in der ersten Runde war, musste sich am Ende mit Rang zwei begnügen. Er hatte in den ersten Runden zuviel Zeit verloren mit Überholmanövern. Erst in der 7. Runde schafft Vale den Sprung auf Platz zwei. Doch selbst, als er freie Fahrt hatte, konnte er den bis zu zehn Sekunden großen Rückstand auf Roberts nicht mehr verkleinern. Mit Biaggi lieferte sich Valentino schließlich noch einen harten Kampf um Platz zwei. In der 21. Runde profitierte Biaggi von einem Fehler Vales, der auf Platz drei zurückfiel. Doch Valentino gab sich nicht geschlagen. Seinem großen Erzfeind gönnte er diesen zweiten Platz nicht. In der vorletzten Runde griff Rossi Biaggi an, doch der konterte erfolgreich. In der letzten Runde klappte es besser: Valentino bremste den Römer riskant aus, hielt in der kommenden Kurve aber die Linie und wurde Zweiter.

 

Rennen Nr. 16 am 29. Oktober 2000
GP von Australien in Philipp Island

Sieger: Max Biaggi Schnellste Runde: Max Biaggi
Pole Position: Jeremy McWilliams Startplatz Rossi: 8
Weltmeister: Kenny Roberts (258) WM-Platz Rossi: 2 (209)

Rossi Dritter in einem der besten 500er-Rennen aller Zeiten

Bei einem der spektakulärsten Rennen in der Geschichte des GP-Sports sicherte sich Valentino Rossi den 3. Platz. Zeitweise lagen zwölf Fahrer an der Spitze nur durch 1,6 Sekunden getrennt! Runde für Runde donnerte das Pulk praktisch Seite an Seite die Zielgerade hinunter. Angesichts dieser Show hielt es niemanden mehr auf seinem Sitz. Valentino kam nie über Platz drei hinaus. An der Spitze wechselten sich Capirossi, Barros, Laconi und Biaggi ständig ab. Der Thriller ging erst mit der letzten Runde zu Ende. Biaggi siegte mit 0,180 Sekunden vor Capirossi und 0,272 vor Rossi. Dieses Rennen spiegelte ein letztes Mal die hohe Qualität und Spannung eines ganzes GP-Jahres wider. Nicht zuletzt dank Valentino Rossis!


Valentinos Rennen vom Jahr 2001 auf einen Blick

Rennen Nr. 1 am 8. April 2001
Grand Prix von Japan in Suzuka 

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Tohru Ukawa
Pole Position: Loris Capirossi Startplatz Rossi: 7
WM-Leader: V. Rossi (25 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Platz eins beim WM-Auftakt - Valentino zeigte Supershow

Die WM 2001 hätte für Valentino gar nicht besser beginnen können. In Suzuka setzte er sich eindrucksvoll gegen die gesamte Konkurrenz durch. Valentino hatte zwar nicht den besten Start erwischt, doch nach fünf Runden lag er schon auf Platz vier. Auch die restlichen drei Fahrer zu überholen, machte ihn keine größere Mühe. Nur Max Biaggi sträubte sich in der 6. Runde mit allen (un)erlaubten Mitteln. Der vierfache 250er-Weltmeister hielt den Ellenbogen raus und drückte Valentino bei 200 km/h in die Wiese. Der blieb von dem waghalsigen Vorgang unbeeindruckt, wirbelte lediglich bisschen Staub in die Luft und überholte seinen Erzrivalen exakt eine Runde später an der gleichen Stelle. Als Gruß ließ Valentinik in der nächsten Kurve eine eindeutig zweideutige Fingergeste folgen. In der darauffolgenden Runde, der siebten, verdrängte er McCoy von der Spitze und fuhr einsam und allein dem Sieg entgegen. Valentino feierte damit seinen dritten 500er-Sieg, seinen 29. GP-Erfolg insgesamt und bescherte seinem Arbeitgeber obendrein den 500. Sieg für Honda.

 

Rennen Nr. 2 am 22. April 2001
Grand Prix von Südafrika in Welkom

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: V. Rossi (50 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Erneuter Sieg - Toller Zweikampf mit Loris Capirossi

Auch in Welkom war kein Kraut gegen Valentino gewachsen. "The Doctor" ließ nichts anbrennen. Er sicherte sich sowohl die Pole Position (seine erste in der 500er-Klasse), die schnellste Rundenzeit, den Sieg und natürlich die unangefochtene Führung in der WM. Valentino geizte nicht mit seinem Talent und ließ die Herzen der südafrikanischen Fans um einiges höher schlagen. Gleich beim Start übernahm er die Führung, die ihn Kenny Roberts in der 3. Runde allerdings streitig machte. Garry McCoy verdrängte Rossi gar einige Runden lang auf Rang drei. Doch dann schlug Valentino zurück und übernahm wieder Platz zwei. Aber auch Norick Abe lauerte in der siebenköpfigen Spitzengruppe am Hinterrad des Italieners. In der 13. Runde ging der Japaner an Rossi vorbei und übernahm wenig später die Führung von Roberts. In der 17. Runde machte Rossi aber Nägel mit Köpfen und griff an. Zunächst schnappte er sich Roberts und wenige Kurven später war Abe fällig. Nach 20 Runden hatte Rossi sich einen kleinen Vorsprung verschafft, allerdings hatte sich Loris Capirossi an sein Hinterrad geheftet. "Capirex" fuhr sehr aggressiv und heizte den Spitzenreiter mächtig ein. Doch Rossi ließ sich durch nichts erschüttern. Vier Runden in Folge fuhr der Honda-Star eine Bestzeit nach der anderen und erkämpfte sich so einen kleinen Vorsprung, den er bis ins Ziel verteidigte. Die Ehrenrunde hatte es wieder in sich. Vor der jubelnden Menge brannte der italienische Sonnyboy ein Burn-Out nach dem anderen ab. Die Feier konnte losgehen.

 

Rennen Nr. 3 am 6. Mai 2001
Grand Prix von Spanien in Jerez

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Sieg Nummer drei: Nur Abe konnte mithalten

Valentino Rossi setzte auch beim dritten Großen Preis des Jahres die Akzente. Am Start hatte Norick Abe die Nase vorn, doch schon vor der ersten Passage an Start und Ziel hatte Valentino den Japaner den Platz an der Sonne streitig gemacht. Sofort konnte er sich einen kleinen Vorsprung herausfahren. Größer als 100 Meter wurde dieser aber nicht. Im Gegenteil, denn Abe klemmte sich nach fünf Runden wieder ans Hinterrad des Honda-Fahrers. 1,3 Sekunden dahinter führte Loris Capirossi eine Gruppe mit Shinya Nakano, Kenny Roberts, Tohru Ukawa, Alex Barros, Max Biaggi und Alex Crivillé an. In der 14. Runde übernahm Abe nach einem Bremsfehler von Rossi die Führung. Vor den Augen der begeisterten Fans kämpften die beiden Rad an Rad. Abe schaute sich um, hielt den Druck nicht stand und verlor in der 22. Runde die Führung an Rossi, der mit einer Superrunde sofort 50 Meter Vorsprung herausfuhr. Zwei Runden später hatte die gelbe Nastro-Azzurro-Honda bereits 4,1 Sekunden herausgefahren. Mit 4,8 Sekunden Vorsprung gewann der Italiener das Rennen. Die Ziellinie überquerte er stehend, die Hände auf dem Rücken und den Kopf in Ehrfurcht nach unten gebeugt... Die 130.000 spanischen Fans jubelten Valentino auf dessen Ehrenrunde, auf der er einen als Doktor verkleideten Fan auf seiner Honda mitnahm, frenetisch zu. Mit Böllerknallern, Hubkonzerten und Jubelrufen gaben sie ihren Held Geleit. 

 

Rennen Nr. 4 am 20. Mai 2001
Grand Prix von Frankreich in Le Mans

Sieger: Max Biaggi Schnellste Runde: Max Biaggi
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 3
WM-Leader: V. Rossi WM-Platz Rossi: 1

Erste Niederlage im Jahr 2001

In Le Mans konnte Valentino Rossi seinen Siegeszug nicht fortsetzen. Sein Erzrivale Max Biaggi machte dem Honda-Pilot, der schon im Training kleinere Schwächen gezeigt hatte, einen dicken Strick durch die Rechnung. Sogar der "grauen Maus" Carlos Checa musste der Italiener den Vorzug lassen. Aber Platz drei passte Rossi dennoch gut ins Konzept. "Die Konkurrenz ist halt stark", schilderte er kühl und gelassen. Den Punktestand in der WM führt Vale weiterhin souverän mit 34 Punkten Vorsprung vor Norick Abe an. Das Rennen gestaltete sich zu einer klaren Angelegenheit für die beiden Marlboro-Yamaha-Fahrer. Nachdem Kenny Roberts, der den besten Start erwischt hatte, von der Spitze bis zu Platz durchgereicht worden war, bahnten sich Biaggi und Checa ihren Weg zum Erfolg. Valentino belegte nach einem schwachen Start nur den 9. Platz. In der 4. Runde drängte er Capirossi von Platz sieben weg. An Nakano biss der Honda-Fahrer sich lange Zeit die Zähne aus, während die Spitze mit Biaggi und Checa langsam davoneilte. In Runde neun fuhr Rossi auf Platz fünf vor. In Runde 15 war Crivillé an der Reihe. Zehn Runden vor Schluss schnappte sich Rossi auch Roberts und lag auf Platz drei. Biaggi lag mit 5,5 Sekunden vor Rossi an der Spitze gefolgt von Checa. Rossi versuchte in den letzten Runden die Lücke zu schließen, doch ohne Erfolg. In dieser Reihenfolge gingen die drei ersten durchs Ziel.

 

Rennen Nr. 5 am 3. Juni 2001
Grand Prix von Italien in Mugello

Sieger: Alex Barros Schnellste Runde: Alex Barros
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Sturz auf Platz zwei liegend in der letzten Runde

Genau wie im Vorjahr hatte Valentino Rossi bei seinem Heim-Auftritt in Mugello kein Glück. Wenige Kurven vor dem Ziel stürzte der Publikumsliebling auf Platz zwei liegend. Hätte er diesen Platz gehalten, würde er die WM mit 41 Punkten Vorsprung anführen. Auch jetzt ist sein Vorsprung noch komfortabel. In einem der schlimmsten Regenrennen der letzten Jahre war Valentino in der letzten Runde zu unvorsichtig. Eine Pfütze in der Schikane vor Start und Ziel wurde ihm zum Verhängnis. Valentino parkte seine in neuem, blau-weißen Blümchenlook bemalte Honda ins Kiesbett. In den Trainingssitzungen war Rossi jeweils der Schnellste gewesen. Doch da zeigte sich das Wetter über der herrlichen Toskana trocken und warm. Auch das Rennen wurde bei trockener Piste gestartet, doch nach acht Runden fielen die ersten Regentropfen. Der Honda-Pilot lag zum Zeitpunkt des Abbruchs auf Platz drei hinter Biaggi und Barros. 25 Minuten später wurde das Rennen - mit Regenreifen und auf pitschnasser Strecke - fortgeführt. Schon in der Besichtungsrunde hatte Valentino einen - wenn auch leichten - Highsider produziert. Das Rennen musste er auf der Reservemaschine in Angriff nehmen. Entsprechend verhalten ging er an die Aufgabe heran. Viele Runden lang fuhr er weit hinter der Spitze an 7. Stelle. Gegen Ende des Rennens stürzten Roberts und Abe. Valentinik war nur noch einen Platz vom Podium entfernt, überholte Crivillé und Biaggi und war Zweiter. Doch dann kam die Pfütze... Die Tausenden Rossi-Anhänger trauten ihren Augen nicht.

 

Rennen Nr. 6 am 17. Juni 2001
Grand Prix von Katalonien in Barcelona

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Rossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Ohne mit der Wimper zu zucken: Von Platz 15 auf 1

Um seine WM-Führung nicht zu gefährden, brauchte Valentino Rossi nach seiner Nullrunde in Mugello unbedingt Punkte. Der Honda-Fahrer nahm sich gleich das ganze Paket. Seine Konkurrenz hatte auf dem Circuit de Catalunya absolut nichts zu bestellen. Dabei hatte Pole-Mann Rossi einen schlechten Start erwischt. In der ersten Rechtskurve kam es zu Rangeleien. Valentino berührte Tohru Ukawa und landete fast im Kiesbett. Von Platz 15 aus nahm das wieder ganz in Gelb fahrende Genie die Verfolgungsjagd auf. Vorne an der Spitze wechselten sich Abe, Nakano und Capirossi in den ersten vier Runden in der Führungsarbeit ab. Valentino war nach fünf Runden bereits auf Platz fünf, die Spitze war in Sichtweite. In Runde sechs schnappte er sich Ukawa, wenig später Nakano und Gibernau sowie in der 13. Runde den Führenden Capirossi. Ohne mit der Wimper zu zucken, hatte Valentinik einen Gegner nach dem anderen geschluckt. Die 100.000 Fans tobten, das Fest konnte beginnen. Es dauerte keine zwei weiteren Runden ehe Vale einen 50 Meter großen Vorsprung hatte. In der Verfolgergruppe hatte Biaggi sich mittlerweile auf Platz zwei gekämpft, doch sein Aufholjagd blieb ohne Erfolg. Valentino bescherte sich und seinen Fans eine Rossimania-Fiesta nach dem Geschmack der spanischen Fans.

 

Rennen Nr. 7 am 30. Juni 2001
Grand Prix der Niederlande in Assen

Sieger: Max Biaggi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Loris Capirossi Startplatz Rossi: 2
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Max Biaggi schlägt Valentino in Abbruchrennen

In Assen musste Valentino Rossi seinen ärgsten Rivalen den Vortritt lassen. Max Biaggi gewann ein Rennen, dass vier Runden vor dem regulären Schluss wegen Regen als beendet erklärt wurde. Glück für Mad Max, Pech für Vale, der sich anschickte, den Römer genau in diesem Moment den ersten Platz streitig zu machen. Es war ein fanstastischer Kampf, den beide italienische Heißsporne sich bis zum letzten Meter geliefert hatten. Am Start war Alex Barros der Schnellste gewesen. Dahinter folgten Biaggi, Abe und Capirossi. Valentino war Achter. Ab der 5. Runde hatte sich eine Fünfergruppe mit Barros, Capirossi, Biaggi, Rossi und Roberts gebildet. In der 11. Runde nahm Rossi sich Barros und eine Runde später Capirossi zur Brust. Die Fans waren begeistert vom bedingungslosen Kampf, den die Zweirad-Gladiatoren sich auf dem Circuit van Drenthe lieferten. Dann nahten die beiden letzten Runden. Valentino versuchte an allen Ecken, Max zu überholen. Eingangs der 16. Runde gelang ihm das mit einem Ausbremsmanöver. Doch der Yamaha-Pilot schlug wenige Kurven später zurück, als Vale sich einen kleinen Fehler erlaubte. Nur Sekunden später hoben die Streckenposten die roten Flaggen: Abbruch wegen Regen, Max gewann das Rennen vor Valentino und Capirossi.

 

Rennen Nr. 8 am 8. Juli 2001
Grand Prix von England in Donington

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 11
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Alle sprachlos: Von Platz 13 auf eins gestürmt

Den Kommentatoren fehlten nach dem Sieg von Valentino Rossi die Worte, die Gegner trauten ihren Augen nicht und die Fans lagen dem italienischen Wunderknabe in der Ehrenrunde ehrfürchtig zu Füßen. Was für ein Rennen, was für eine Aufholjagd, was für ein Sieg. Den bösen Freitagssturz hatte Vale längst aus seinem Gedächtnis verdrängt. Bei 200 Sachen war ihn in der berüchtigten Bergabkurve des Donington Circuit das Vorderrad an seiner Honda weggeknickt. Wie durch ein Wunder blieb "The Doctor" unverletzt. Sein Bike aber war nicht mehr wiederzuerkennen. Nach diesem Missgeschick kam der Italiener über Platz 11 im Training nicht hinaus. Für ein Genie kein Problem. Von der 13. Position nach dem Start pflügte sich der Honda-Star durch das Fahrerfeld, als wären gestandene Topkünstler wie Crivillé, Nakano, Haga oder Capirossi gar nicht anwesend gewesen. In Runde 5 war Vale Sechster, in Runde 8 Vierter, in Runde 10 Vierter. Nur Bruchteile von Sekunden vor ihm kurvten Barros, Roberts und Biaggi. Sie fuhren um ihr Leben, doch dem Damoklesschwert konnte das Spitzentrio nicht enteilen. In Runde 18 (von 30) vollendete der WM-Leader sein Werk. Rossi ging an Spitzenreiter Biaggi vorbei, erkämpfte sich einen kleinen Vorsprung und brachte seinen 5. Saisonsieg sicher unter Dach und Fach.

 

Rennen Nr. 9 am 22. Juli 2001
Grand Prix von Deutschland am Sachsenring

Sieger: Max Biaggi Schnellste Runde: Max Biaggi
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 11
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Die Ernüchterung nach Platz sieben war groß

Deutschland war in diesem Jahr kein gutes Pflaster für Valentinik. Nur Platz sieben sprang heraus, während Max Biaggi durch einen souveränen Sieg bis an 10 Punkte in der WM an Vale heranrückte. Der 22-jährige Honda-Fahrer hatte einen schlechten Start erwischt (Platz 12) und musste sich, wie so oft in den letzten Rennen, durch das halbe Feld nach vorne kämpfen. Doch diesmal ging dieses Vorhaben nicht so fix wie noch zwei Wochen zuvor in England. In der 3. Runde schob sich Rossi an Capirossi vorbei auf Platz neun. Eine Runde später folgte Gibernau. Alles schien nach Plan zu laufen, als die "Gelbe Gefahr" in der 9. Runde auf Platz sechs auftauchte. Nach 18 der 30 Runden hatte sich Vale durch das Verfolgerfeld geschlingert. Auf Platz fünf liegend hatte er jetzt freie Fahrt nach vorn. Nakano lag auf Platz vier mit sieben Sekunden Vorsprung. Doch diese Lücke konnte der WM-Leader nie schließen. Im Gegenteil: Rossi verlor erneut Boden und sogar noch zwei Plätze an Alex Barros und Olivier Jacque.

 

Rennen Nr. 10 am 26. August 2001
Grand Prix von Tschechien in Brünn

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 2
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Nach 6. Sieg: Der Titel rückt immer näher

In Brünn bügelte Valentino Rossi die Schlappe vom Sachsenring aus. In der Tschechischen Republik, wo er vor fünf Jahren seinen ersten GP-Sieg feierte, machte der Honda-Star seinen sechsten Saisonsieg perfekt. Max Biaggi stürzte unterdessen und musste sich mit Platz zehn begnügen. In der Gesamtwertung vergrößerte der 22-jährige Liebling der Massen seinen Vorsprung damit von 10 auf 29 Punkte. Dennoch wollte Vale nichts verschreien: "Ich muss in allen Rennen konzentriert bleiben. Es kann noch viel passieren", warnte er vor vorschneller Euphorie der Fans. Das Rennen in Brünn war bis zur 13. Runde spannend. Vale kam gut vom Start weg und belegte nach 5 Runden den 2. Platz hinter Biaggi, der von Beginn die Führung übernommen hatte. Beide fuhren einen großen Vorsprung heraus, niemand konnte das Höllentempo der beiden Italiener folgen. Alles sah nach einem heißen Finish aus. Doch in der 13. von 22 Runden verlor Biaggi das Vorderrad. Valentinos Weg zum Sieg war damit frei. Der Rest des Rennens wurde zum Schaulaufen. In der Ehrenrunde ließ sich der WM-Leader kräftig feiern - ein Genuss für alle Fans.

 

Rennen Nr. 11 am 9. September 2001
Grand Prix von Portugal in Estoril

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 3
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Valentino nicht zu schlagen: Sieg Nummer sieben in Portugal

Durch Sieg Nummer sieben machte Valentino Rossi einen großen Schritt Richtung Titel. Sein Vorsprung in der WM-Gesamtwertung auf den Zweiten, Max Biaggi, beträgt jetzt schon 43 Punkte. In Portugal demonstrierte der junge Italiener einmal mehr seine große Klasse. Keiner konnte ihm das Wasser reichen. Vom vierten Platz gestartet, übernahm Vale schon in der dritten Runde die Führung. Nur Loris Capirossi und Biaggi konnten mithalten. Ab Runde 12 fiel auch Biaggi ab. Für den Römer kam es noch schlimmer: In der 22. Runde rutschte er übers Vorderrad aus ins Kiesbett. Biaggi konnte weiterfahren und wurde noch Fünfter. Valentino fuhr unterdessen vorne an der Spitze unbeirrt eine Rekordrunde nach der anderen. Capirossi blieb ihn bis zur Ziellinie zwar auf den Fersen, konnte Rossi, der eines seiner besten Rennen in dieser Saison fuhr, aber nie gefährlich werden. 

 

Rennen Nr. 12 am 23. September 2001
Grand Prix von Valencia in Valencia

Sieger: Sete Gibernau Schnellste Runde: Gibernau
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 2
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Valentino gab sich mit Platz elf zufrieden

Ein kleiner Regenschauer kurz vor dem Start zum GP der Stadt Valencia hatte die 4,005 km lange Strecke in eine Rutschbahn verwandelt. Alle Fahrer schauten in den Himmel und rätselten, welche Reifen die geeigneten wären. Valentino Rossi entschloss sich für die falschen Gummis. Er nahm vorne und hinten Intermediates. Die waren nur so lange von Vorteil, wie die Piste nass war. In den ersten Runden sahen die Fahrer aus wie Anfänger. Die Strecke war spiegelglatt, egal welchen Reifen man montieren lassen hatte. Valentino übernahm die Spitze und diktierte das "Tempo". Nach sechs Runden hatte der Honda-Fahrer vier Sekunden Vorsprung. Max Biaggi lag nur an 11. Stelle. Als die Strecke auftrocknete, war Vales Zeit an der Spitze vorbei. Bereitwillig und ohne größere Risiken zu nehmen ließ er sich Runde für Runde von den Konkurrenten mit besserer Reifenwahl überholen. In Runde 12 lag er an Position vier, dann fünf, sechs usw. In der vorletzten Runde ließ er auch noch Biaggi vorbei. Der Römer wurde schließlich Zehnter, Rossi Elfter. Im Gesamtstand der WM verlor das gelbe Motorrad gegenüber das rote damit nur einen Zähler. Das entscheidende an diesem Rennen war, dass die Krone für Vale wieder ein Stück näher rückte.

 

Rennen Nr. 13 am 7. Oktober 2001
Grand Prix des Pazifik in Motegi

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Loris Capirossi Startplatz Rossi: 4
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Valentino Rossi siegte zum achten Mal

Durch seinen achten Sieg in dieser Saison machte Valentino Rossi einen Riesenschritt in Richtung WM-Titel. Beim nächsten Großen Preis in Australien (nächsten Sonntag) kann der Honda-Star sich mit Platz acht begnügen um vorzeitig Weltmeister in der Königsklasse zu werden. Nur noch acht winzige Punkte fehlen im also zum Erreichen seines ersten 500er-Titels und zum dritten Triumph in seiner Karriere insgesamt. Den Sekt kann er langsam kaltstellen lassen. Beim Rennen in Motegi kam sein ärgster Widersacher nicht ins Ziel. Max Biaggi stürzte in der sechsten Runde in Führung liegend. Valentinik konnte sich dieses Missgeschick von einem Logenplatz anschauen, da er seinem Landsmann folgte. Nach Biaggis Ausfall war der Rest nur noch Formsache. The Doctor gewann mit 100 Metern Vorsprung vor dem Brasilianer Alex Barros, der Rossi nie zu nahe treten konnte.

 

Rennen Nr. 14 am 14. Oktober 2001
Grand Prix von Australien in Phillip Island

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 2
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1 WELTMEISTER

Valentino Rossi ist WELTMEISTER in der Königsklasse

Valentino Rossi schrieb am Sonntag in Australien Geschichte. Der Honda-Star sicherte sich nach seinen WM-Titeln 1997 (125 ccm) und 1999 (250 ccm) den dritten WM-Triumph, diesmal in der Klasse bis 500 ccm. Damit ist der 22-jährige der jüngste Fahrer aller Zeiten und der Zweite überhaupt, der in allen drei Klassen den Titel davontrug. Dabei hätte dem Italiener in Phillip Island ein achter Platz zum vorzeitigen Titelgewinn gereicht. Doch der Superstar wollte mehr. Er wollte die Krone würdig aufs Haupt setzen, und zwar mit einem Sieg. Für diesen Moment riskierte er in einem an Spannung kaum zu überbietenden Rennen Kopf und Kragen. Der Doktor hatte den besten Start erwischt, konnte sich aber ebenso wenig wie Biaggi, Haga, Jacque und Barros von der fünfköpfigen Spitzengruppe absetzen. In fast jeder Kurve wechselten die Positionen, und das bis zur Schlussrunde, in der Biaggi in Führung lag. Valentino bremste den Römer aber in der letzten steilen Bergabpassage aus und hielt auch den letzten Angriff auf der Ziellinie stand. Sieg und Krone gehörten Rossi, der sich mit einer prächtigen Showeinlage in der Auslaufrunde bei seinen weltweiten Fans bedankte.

 

Rennen Nr. 15 am 21. Oktober 2001
Grand Prix von Malaysia in Sepang

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Loris Capirossi Startplatz Rossi: 2
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1 WELTMEISTER

Weltmeister Valentino Rossi gewinnt 10. Rennen

Durch seinen 10. Saisonsieg im malayischen Sepang und seinen 38. Erfolg insgesamt ist Valentino Rossi nunmehr der erfolgreichste aller noch aktiver Fahrer. In Sepang gelang dem frischgebackenen Weltmeister ein souveräner Sieg, nachdem er sich in der 12. Runde an die Spitze gesetzt hatte. Zuvor weilten dort der Reihe nach Olivier Jacque, Kenny Roberts, Loris Capirossi und Garry McCoy. An der Spitze baute Valentino seinen Vorsprung Runde um Runde aus. Der Honda-Star unterbot dabei sogar den Rundenrekord. Am Ende hatte Rossi einen Vorsprung von 3,5 Sekunden, während Capirossi dahinter den Kampf um Platz zwei gegen McCoy gewann.

 

Rennen Nr. 16 am 3. November 2001
Grand Prix von Brasilien in Rio

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Tohru Ukawa Startplatz Rossi: 5
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1 WELTMEISTER

Valentino Rossi gewinnt auch letztes Rennen am Zuckerhut

Den Rekord von Mick Doohan mit 12 Saisonsiegen hat Valentino Rossi zwar nicht knacken können. Aber immerhin sind es 11 geworden. Macht unterm Strich 325 WM-Punkte. Max Biaggi als als Zweiter erreichte 219 Zähler und damit 106 weniger. Erniedrigend. Nicht zuletzt gewann Valentino das letzte Rennen einer Ära. Die 500 ccm-Klasse wird ab dem nächsten Jahr in MotoGP umgetauft. Wichtigstes Kriterium: Die Motorräder dürfen mit 4-Taktmotoren bis zu 990 ccm bestückt sein. Das wird die nächste Herausforderung für den 22-jährigen Italiener sein. In Rio beim letzten Saisonrennen kam Valentinik als Fünfter recht gut aus den Startblöcken. Das Wetter war diesig. In der 5. Runde - Valentino lag auf Platz drei - wurde das Rennen wegen leicht einsetzenden Regens abgebrochen. 25 Minuten später ging es in die zweite Runde. Rossi (mit Intermediates) übernahm schnell die Führung von Garry McCoy. Max Biaggi und Carlos Checa (mit Slicks) lauerten dahinter. Scheinbar hatten die beiden Yamaha-Piloten die bessere Reifenwahl getroffen. Zumindest ging Checa in der 16. Runde an Weltmeister Rossi vorbei. Jetzt war Rechenkunst angesagt, da die Zeiten aus dem ersten und zweiten Rennen addiert werden mussten. Es ging Tausendstel Sekunden. Der Honda-Star brauchte "nur" Zentimeter am Hinterrad des Spaniers kleben zu bleiben. In echter Weltmeisterart gelang ihm dies auch. In der letzten Kurve drehte Rossi den Gashahn etwas früher auf und gewann sein elftes Rennen in dieser Saison und das 39. in seiner Karriere. Ein großartiger Saisonabschluss.


Valentinos Rennen vom Jahr 2002 auf einen Blick

Rennen Nr. 1 am 7. April 2002
Grand Prix von Japan in Suzuka 

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: V. Rossi (25 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Valentino schreibt Geschichte: Erster Sieger der 4Takt-Ära

Wie ein Jahr zuvor gewann Valentino auch diesmal das Auftaktrennen im japanischen Suzuka. Nur diesmal hatte der erste WM-Lauf des neuen Jahres einen ganz besonderen Stellenwert. Es war das erste Rennen einer neuen Epoche. In Suzuki hielten Viertakter bis 990 ccm Einzug in die MotoGP-Welt, wie die neue Klasse jetzt genannt wird. Valentino gewann gleich alles, was es zu gewinnen gab. Das Rennen und das Training und er fuhr im Rennen die schnellste Runde. Es war nass in Suzuka. Strömender Regen hatte die Piste in eine gefährliche Rutschbahn verwandelt. Doch Valentino kam blendend mit den schwierigen Verhältnissen zurecht. Auch die neue 230 PS starke Honda RC211V scheint dem Superstar aus Italien auf dem Leib geschneidert zu sein. Wild-Card-Pilot Shinicho Itoh, der wie Valentino eine 4T-Honda pilotierte, übernahm in den ersten Runden die Führung. Valentino lag zunächst an 6. Stelle. Runde für Runde fielen namhafte Konkurrenten durch Sturz aus: Max Biaggi, Garry McCoy, Shiniya Nakano, Kenny Roberts und viele mehr. Andere, wie Daijiro Katoh und Loris Capirossi, kamen mit der nassen Strecke nicht zurecht. Valentino machte unterdessen Boden auf Akira Ryo, der die Führung übernommen hatte, gut. In Runde neun hatte er sich auf Platz zwei vorgepirscht. Neben Ryo und Rossi konnten nur Itoh und Carlos Checa dem Tempo an der Spitze folgen. In Runde 15 machte Valentino ernst und überholte Ryo, der sich lange erfolgreich zur Wehr gesetzt hatte. Der Zweikampf zwischen diesen beiden Piloten ging bis zum Zielstrich weiter. Besonders vehement attackierte der Japaner in der vorletzten Runde. Doch Valentino hielt den Angriffen stand. Im Ziel hatte er gar 1,5 Sekunden Vorsprung.

 

Rennen Nr. 2 am 21. April 2002
Grand Prix von Südafrika in Welkom

Sieger: Tohru Ukawa Schnellste Runde: Tohru Ukawa
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: V. Rossi (45 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Platz zwei für Valentino Rossi

In einem harten Zweikampf mit seinem Teamkollegen Tohru Ukawa zog Valentino Rossi beim zweiten Grand Prix des Jahres in Welkom den Kürzeren. Lange Zeit hatte der Italiener geführt. Ukawa folgte seinen "Chef" wie ein Schatten. Nach 10 Runden waren Rossi und Ukawa dem Rest des Feldes enteilt. Nur Loris Capirossi konnte mit einem Abstand von wenigen Metern folgen. In Runde 15 war Capirossi eine Sekunde hinter den beiden Führenden. In Runde 20 ließ Valentino seinen Stallgefährten passieren. Er wollte offensichtlich die Schwachpunkte des Japaners ausfindig machen oder ihn zu einem Fehler zwingen. In Runde 26 (von 28) überholte der Weltmeister Ukawa erneut. Doch der Japaner ließ sich nicht abschütteln. Es war Rossi, der Fehler machte. Zwei Verbremser kosteten den 23-Jährigen den Sieg. Ukawa zog vorbei und gewann seinen ersten Grand Prix in der Königsklasse. 

 

Rennen Nr. 3 am 5. Mai 2002
Grand Prix von Spanien in Jerez

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: V. Rossi (70 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Valentino auf Platz eins: Konkurrenz sah alt aus

Valentino Rossi hat den Europa-Auftakt der Motorrad-WM für sich entschieden. Der 23-jährige Italiener gewann den Grand Prix von Spanien in bewährter Art und Weise. Zunächst überholte der 41-fache GP-Sieger die halbe Konkurrenz, ehe er sie auf der Stelle stehen ließ.

Auf den zweiten Rang landete der Japaner Daijiro Kato. Der Weltmeister der 250er-Klasse lieferte auf der Honda NSR 500 ein fantastischen Rennen und verlor nur zwei Sekunden auf Viertakt-Honda-Pilot Rossi.

Südafrika-Sieger Tohru Ukawa musste sich in Jerez de la Frontera mit dem 3. Platz begnügen. Der Japaner hatte den besten Start erwischt und führte das Rennen bis zur 17. Runde an. Den ersten ernsthaften Angriff Rossis konnte Ukawa nicht abwehren. Danach verlor der Honda-Werksfahrer sogar noch seinen zweiten Platz an Landsmann Kato.

Die beiden West-Honda-Pons-Fahrer, Loris Capirossi und Alex Barros, hatten lange Zeit in vorderen Fünferpulk mithalten können. Capirossi überholte in der vorletzten Runde sogar Ukawa auf der Viertakter. Doch auf der Geraden war der Japaner auf seiner fast doppelt so hubraumstarken Honda dem Italiener eindeutig überlegen. 

Ehe Rossi auf Platz eins auf und davon zog, musste er die Konkurrenz von Platz neun aufrollen. In der zweiten Runde hatte Kenny Roberts den auf Platz zwei liegenden dreifachen Weltmeister mit einem rüden Manöver fast von der Piste geschubst. Es dauerte aber nur drei Runden, bis Rossi sich wieder auf Platz zwei einreihte. In der WM-Wertung hat Rossi sich nach seinem zweiten Saisonsieg auf und davon gemacht. Ukawa hat bereits einen Rückstand von 29 Zählern.

 

Rennen Nr. 4 am 19. Mai 2002
Grand Prix von Frankreich in Le Mans

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: V. Rossi (95 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Valentino gewinnt Abbruchrennen

In Le Mans demonstrierte Valentino Rossi ein weiteres Mal seine große Dominanz in der MotoGP. Sein dritter Sieg in dieser Saison war ebenso umunstritten wie die vorherigen. Der Italiener gewann den GP von Frankreich vor seinem Honda-Teamkollegen Tohru Ukawa und Yamaha-M1-Pilot Max Biaggi. Das Rennen wurde in der 23. von 28 Runden wegen Regens abgebrochen. Rossi hatte als Führender die Hand hochgehoben, die Rennleitung ließ daraufhin die roten Flaggen schwenken. Schon in der 9. Runde hatte es einige Tropfen geregnet. Rossi führte das Rennen seit dem Start an und zeigte sich ein wenig irritiert. Der Honda-RC211V-Pilot drehte kurz den Gashahn zu und ließ Ukawa und Biaggi den Vortritt. Zu einem Abbruch kam es unterdessen nicht. Kurz zuvor war der an vierter Position liegende Carlos Checa gestürzt. Auch Daijiro Kato machte in der elften Runde Bekanntschaft mit dem Asphalt von Le Mans, nachdem der japanische 250er-Weltmeister sich bis auf wenige Meter an das Spitzentrio herangearbeitet hatte. In der 18. Runde machte Abe sich an die drei Führenden heran, doch der Yamaha-Zweitakt-Fahrer verlor nach einem leichten Fehler erneut den Kontakt. In der 21. Runde zog Rossi an Biaggi vorbei und schnappte sich wenig später auch Ukawa. Nur eine Runde später wurde das Rennen abgebrochen. Glück für Rossi, denn die vorletzte Runde wurde gewertet.  
 

 

Rennen Nr. 5 am 2. Juni 2002
Grand Prix von Italien in Mugello

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Tohru Ukawa
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: V. Rossi (120 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Dritter Sieg in Mugello

Zum dritten Mal in seiner Karriere hat Valentino Rossi den Grand Prix von Italien gewonnen. 1997 siegte er in der 125er-Klasse, 1999 in der 250er-Klasse und beim dritten Anlauf 2002 in der MotoGP. Der "Doktor" hatte sich ein hübsches Duell mit seinem Erzrivalen Max Biaggi geliefert. Der Yamaha-Fahrer kam mit zwei Sekunden Rückstand als Zweiter ins Ziel. Valentino beendete die erste der 23 Runden auf dem 5,425 m langen Kurs auf Platz eins vor Carlos Checa, Biaggi, Tohru Ukawa und Loris Capirossi. In der 7. Runde ging Biaggi in Führung. In der 12. Runde eroberte der Honda-Star den ersten Platz wieder zurück. Die 65.000 Fans auf den sonnenüberfluteten Rängen jubelten und feierten. Ukawa und Checa lagen schon einige Meter hinter dem Führungsduo zurück. Ab der 15. Runde baute Valentino seine Führung langsam aber stetig aus. Drei Runden vor dem Ende hatte er 3,2 Sekunden Vorsprung vor Biaggi. Der Rest bis zur Überquerung der Ziellinie war Routine. Die Auslaufrunde machten die Fans zu einer unnachahmlichen Fiesta.

 

Rennen Nr. 6 am 16. Juni 2002
Grand Prix von Katalonien in Barcelona

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 4
WM-Leader: V. Rossi (145 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Und noch ein beeindruckender Sieg

Alles scheint in der MotoGP auf einen Durchmarsch von Valentino Rossi hinzudeuten. Der 23-jährige Italiener gewann den 6. WM-Lauf in Katalonien und weitete seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf bereits 48 Punkte auf seinen Team-Kollegen Tohru Ukawa aus, der sich in Barcelona einmal mehr geschlagen geben musste. Checa hatte das Rennen lange Zeit angeführt. Mit dem Spanier bildete sich nach drei Runden ein Quartett mit Ukawa, Rossi und Biaggi. In der 13. Runde übernahm Ukawa die Führung von Checa. Valentino Rossi hielt sich in Schlagdistanz auf. In Runde 14 eroberte Checa die Spitze kurzzeitig zurück. Eine Runde später machte der Doktor ernst, überholte seinen Teamgefährten und Checa und setzte sich an die Spitze. Aus dem Trio wurde  am Ende ein Duo. Checa konnte dem Führungsduo nicht mehr folgen. Ohne sich einen Patzer zu leisten, fuhr der Weltmeister trotz der Präsenz Ukawas einen weiteren sicheren Sieg nach Hause, seinen insgesamt 44. in seiner siebenjährigen Karriere.  

 

Rennen Nr. 7 am 29. Juni 2002
Grand Prix der Niederlande in Assen

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: V. Rossi (170 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Barros fuhr wie entfesselt, doch Rossi gewann

In Assen fuhr Valentino seinen 45. GP-Sieg ein. Im Norden der Niederlande war das Wetter nicht sehr konstant. Dunkle Wolken beherrschten den Himmel. Im Gegensatz zum Vorjahr blieb es aber bis zum Zielstrich trocken. Und es sollte ein spannendes Rennen werden. Alex Barros hatte seine Honda NSR 500 aus der sechsten Position überraschend nach zwei Runden an die Spitze gepeitscht. Dahinter siedelte sich die Viertakt-Meute mit Max Biaggi, Carlos Checa, Kenny Roberts, Valentino Rossi und Tohru Ukawa an. Nach wenigen Runden aber das gewohnte Bild. Valentino kämpfte um Platz eins, den Barros vehement verteidigte. Der Vorsprung der beiden Führenden vergrößerte sich von Runde zu Runde. Bis zur 16. Runde konnte der Brasilianer den Angriffen des Weltmeisters standhalten. Auf der Start-Ziel-Geraden ging Rossi dann an Barros vorbei und fuhr einen ungefährdeten Sieg entgegen. Wieder ein typischer Rossi-Sieg, der spielerisch leicht aussah. 

 

Rennen Nr. 8 am 14. Juli 2002
Grand Prix von England in Donington

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: V. Rossi (195 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

46. Sieg im Jubiläums-Grand-Prix

Fast mühelos eroberte Valentino Rossi den Sieg in der MotoGP beim Grand Prix von England. Der 23-jährige Italiener feierte damit in seinem 100. Rennen den 46. Sieg. In der Gesamtwertung hat der Honda-Pilot bereits 87 Punkte Vorsprung auf Tohru Ukawa, der in England wegen einer Verletzung nicht an den Start gehen konnte. Der 4. WM-Titel und der erste in der neugeschaffenen MotoGP ist dem Liebling der Massen damit kaum noch zu nehmen. Rossi fuhr unbeirrt zum Sieg, hatte allerdings Glück, dass Carlos Checa in der 17. von 30 Runden vor ihm stürzte und ausfiel. "Das hat mir die Sache erleichtert. Ich wusste nicht, wo ich ihn hätte überholen sollen", meinte der Italiener. "Im ersten Teil war ich etwas schneller, im zweiten Teil Checa. Dann ist ihm das Vorderrad weggerutscht. Für mich war es danach am Schwierigsten, die Konzentration zu bewahren." Max Biaggi befand sich zum Zeitpunkt von Checas Sturz 1,7 Sekunden hinter Rossi. Den Abstand konnte der Yamaha-Pilot aber nicht verkürzen. Im Gegenteil, Rossi baute seinen Vorsprung bis zu drei Sekunden aus. "Ich konnte nicht schneller fahren. Nach den beiden Stürzen im Training bin ich mit dem zweiten Platz durchaus zufrieden", meinte der Römer. Über die Ziellinie fuhr Rossi im Damensitz.

 

Rennen Nr. 9 am 21. Juli 2002
Grand Prix von Deutschland am Sachsenring  

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Olivier Jacque Startplatz Rossi: 6
WM-Leader: V. Rossi (220 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Erster Sieg in der Königsklasse am Sachsenring

Endlich hat Valentino Rossi auch den Sachsenring erobert. 1997 gewann er in der 125er-Klasse, zwei Jahre später in der 250er-Klasse. Doch in der Königsklasse tat er sich besonders im letzten Jahr schwer, als er nur Siebter wurde. Jetzt aber hat es endlich mit dem Siegen geklappt. Dabei standen die Aktien vor dem Start wieder nicht zum Besten. Valentino belegte beim Abschlusstraining nur den 6. Platz. Im Rennen hatte er zudem einen schlechten Start, kam nur als Elfter weg. Doch schon nach 5 Runden sah die Welt anders aus: Platz vier hinter Ukawa, Jacque und Barros. In der 19. Runde übernahm der Honda-Pilot die Führung. Doch abschütteln konnte er die Konkurrenz, die wie auf einer Perlenschnur aufgereiht hinter ihm brauste, nicht. Nach einem Verbremser lagen Jacque und Barros wieder vor ihm. In der 24. von 30 Runden eliminierten sich die beiden Führenden selbst. Rossi war wieder Erster gefolgt wie vom eiegnen Schatten von Biaggi und Ukawa. Am Ende hatte Vale die Nase erneut vorn. Es war sein achter Sieg im neunten Rennen. Der Sachsenring brannte, die Menge jubelte und die Konkurrenz war einmal mehr zermürbt. 

 

Rennen Nr. 10 am 25. August 2002
Grand Prix von Tschechien in Brünn 

Sieger: Max Biaggi Schnellste Runde: Daijiro Kato
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 3
WM-Leader: V. Rossi (220 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Reifenschaden verhinderte weiteren Podiumsplatz

In der 16. von 20 Runden musste Valentino Rossi sein Motorrad in Brünn in die Box fahren. Der Hinterreifen hatte sich aufgelöst, das Rennen war zu Ende. Dabei klebte Valentino am Hinterrad von Max Biaggi, wollte gerade die Attacke zur heißen Endphase blasen. Daraus wurde aber nichts. Biaggi gewann den Grand Prix von Tschechien. Valentino stieg erstmals seit Saisonbeginn nicht aufs Podium. Acht von neun Rennen hatte der Honda-Star bis dahin gewonnen. Jede Serie hat aber bekanntlich ein Ende. 

 

Rennen Nr. 11 am 8. September 2002
Grand Prix von Portugal in Estoril 

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Carlos Checa Startplatz Rossi: 3
WM-Leader: V. Rossi (245 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Sieg dank Gibernaus Sturz

In Estoril fügte Valentino seinem Konto den 48. Sieg zu. Es war ein schwieriges Rennen, denn es schüttete wie aus Eimern. Die gesamte Konkurrenz hatte auf dem 4182 Meter langen Kurs einen schweren Stand. Bereits in Runde eins mussten Olivier Jacque und Pere Riba auf der pitschnassen Strecke zu Boden. Später folgten Aoki, Laconi, Capirossi und andere. Alex Barros musste den ersten Platz schon in der zweiten Runde für Rossi frei machen. Noch schneller unterwegs war allerdings Gibernau, der ab Runde drei die Führung übernahm. Rossi, Roberts, Ukawa und Checa bildeten dahinter die Verfolgungstruppe. In der 12. Runde übernahm Rossi den zweiten Platz von Ukawa. Auch Checa ging wenig später an den Japaner vorbei. Ab der 16. Runde war nur noch Rossi auf den Spuren von Gibernau, der fünf Sekunden Vorsprung zählte. Der Italiener riskierte viel auf nasser Strecke, kam aber kaum näher an den Spanier heran. In Runde 25 von 28 musste Gibernau dann zu Boden. Pech für Suzuki-Fahrer, Glück für den dreifachen Weltmeister. 

 

Rennen Nr. 12 am 22. September 2002
Grand Prix von Brasilien in Rio 

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Carlos Checa
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 2
WM-Leader: V. Rossi (270 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Valentino krönte sich zum 4. Mal zum Weltmeister

Mit einem grandiosen Sieg im Regenrennen von Rio setzte sich Valentino Rossi die vierte WM-Krone in seiner Karriere aufs Haupt. Mit seinen erst 23 Jahren sprengte der Honda-Pilot einmal mehr alle Rekorde. Kein Hinderniss ist ihm zu groß, kein Gegner ist ihm gewachsen. Das bewies er ein weiteres Mal in Brasilien, wo statt Sonne literweise Regen auf die Strecke prasselte. Schon nach drei Runden waren Daijiro Kato, Shinya Nakano, Tohru Ukawa und Jeremy McWilliams nach Stürzen zur Aufgabe gezwungen. Zunächst übernahm Kenny Roberts die Führung. Rossi klebte am Hinterrad des US-Boys, Max Biaggi hielt auch noch mit. Carlos Checa hatte den Start verpatzt, fuhr aber auf der regendurchtränkten Strecke die schnellsten Runden. Als Valentino in der 15. Runde die Führung von Roberts übernahm, hatte Checa den Anschluss ans Spitzentrio geschafft. In Runde 18 von 24 schoss der Spanier an Biaggi und Rossi vorbei an die Spitze. Doch nur wenige hundert Meter später stand er mit leeren Händen da. Das Vorderrad seiner Yamaha-M1 rutschte weg und die Träume vom zweiten Sieg in der Königsklasse platzten wie eine Seifenblase. Valentino übernahm unter dem tosenden Beifall seiner Fans wieder die Spitze, hängte Biaggi ab und gewann in souveräner Art und Weise. Nebenbei: Der Honda-Star wäre auch ohne Sieg Weltmeister geworden, da Tohru Ukawa, sein einzig noch verbliebener Konkurrent um den WM-Titel, schon längst in der Box stand.

 

Rennen Nr. 13 am 6. Oktober 2002
Grand Prix des Pazifik in Motegi 

Sieger: Alex Barros Schnellste Runde: Alex Barros
Pole Position: Daijiro Kato Startplatz Rossi: 6
WM-Leader: V. Rossi (290 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Alex Barros war selbst von Valentino nicht zu bändigen

Besser hätte der erste Einsatz von Alex Barros auf der Viertakt-Honda RC211V nicht laufen können: Der Brasilianer gewann im japanischen Motegi den 13. Weltmeisterschaftslauf in der MotoGP-Klasse und feierte seinen ersten Saisonsieg. Mit den Honda-Piloten Valentino Rossi, Loris Capirossi und Tohru Ukawa auf den Plätzen zwei bis vier sicherte sich der größte Motorenhersteller der Welt vorzeitig den Konstrukteurs-Titel. Barros, der bisher mit der Zweitakt-Honda NSR500 startete, kam auf Anhieb mit seinem neuen Arbeitsgerät zurecht. "Bereits bei der ersten Trainingsrunde war ich überrascht, wie schnell und dabei einfach sich die RC211V fahren lässt", berichtete der neue WM-Vierte. Im Rennen lieferte sich Barros ein packendes Duell mit Weltmeister Valentino Rossi, der seit Saisonbeginn eine RC211V steuert. "Valentino überholte mich zunächst, machte dann aber einen Fehler und ich eroberte die Spitze zurück. Danach habe ich einfach nur noch Gas gegeben", erklärte der spätere Sieger, der angeheizt durch den Zweikampf mit 1.49,947 Minuten einen neuen Rundenrekord aufstellte. Rossi sprach vom "härtesten Rennen der Saison".

 

Rennen Nr. 14 am 13. Oktober 2002
Grand Prix von Malaysia in Sepang 

Sieger: Max Biaggi Schnellste Runde: Max Biaggi
Pole Position: Alex Barros Startplatz Rossi: 8
WM-Leader: V. Rossi (310 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Diesmal war Max Biaggi der Stärkere

In einem ereignisreichen MotoGP-WM-Lauf in Sepang belegte Valentino Rossi hinter Rennsieger Max Biaggi den zweiten Platz. Einmal mehr führte Weltmeister Valentino Rossi die Riege seiner Markenkollegen an. Der zweite Platz ist sein 13. Podiumserfolg im 14. Rennen der in diesem Jahr erstmals ausgefahrenen MotoGP-Klasse. Rossi musste das Rennen vom achten Platz aus in Angriff nehmen. Und wie schon in den Trainingssitzungen hatte er nicht die perfekte Abstimmung für seine Honda RC211V gefunden. Dennoch attackierte der Italiener vom Start weg. Beim Anbremsen der Kurven zeigte „The Doktor“ sein ganzes Können und überholte einen Fahrer nach dem anderen. Schließlich hatte er nur noch seinen in Führung liegenden Markenkollegen Alex Barros vor sich. Der Brasilianer fuhr sein zweites Rennen auf der Viertakt-Honda. Nach dem Sieg in Motegi nur eine Woche zuvor, zeigte er auch diesmal eine starke Leistung. Das Duell der Honda-Piloten endete für beide unbefriedigend. Rossi berichtet: „Beim Überholen habe ich Alex berührt. Wir sind beide weit herausgetragen worden. Dadurch haben wir das Rennen verloren.“ Nutznießer war Max Biaggi, der die Spitze übernahm und bis ins Ziel verteidigte. „Ich nehme das nicht persönlich“, machte Barros, der hinter Rossi Dritter wurde, klar. “So ist unser Sport. Wenn man überholt, kann es immer Berührungen geben.“ 

 

Rennen Nr. 15 am 20. Oktober 2002
Grand Prix von Australien in Phillip Island  

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Jeremy McWilliams Startplatz Rossi: 7
WM-Leader: V. Rossi (335 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Valentino Rossi feierte 50. Sieg

Der vorletzte Lauf in der ersten MotoGP-Saison wurde zu einem Triumphzug für Honda: Valentino Rossi sicherte sich im australischen Phillip Island seinen elften Saisonsieg. Auf den Plätzen zwei bis fünf folgten seine Markenkollegen Alex Barros, Tohru Ukawa, Daijiro Kato sowie Jürgen van den Goorbergh als bester Zweittakt-Pilot. Wie schon eine Woche zuvor in Sepang bestimmte das Duell zwischen Alex Barros und Valentino Rossi das Geschehen auf der Rennstrecke. Zunächst machte Barros das Tempo, baute einen Vorsprung von mehreren Sekunden auf. Doch der Weltmeister konterte. Er setzte sich schließlich in der 22. der 27 Rennrunden an die Spitze und fuhr seinen 50. GP-Sieg seiner Karriere ein. “Das ist natürlich ein tolles Ergebnis für mich, ein echter Traum”, jubelte Rossi. “Der Kampf mit Alex war wirklich hart. Sein Rhythmus zu Beginn war unglaublich. Aber ich wusste, dass seine Reifen irgendwann abbauen würden. Darauf habe ich gewartet.“ In der letzten Runde startete Barros seinerseits eine Schlussoffensive, schaffte es sogar sich an Rossi vorbeizuquetschen, doch dabei wurde er in der „Honda-Kurve“ zu weit herausgetragen. Rossi schoss wieder vorbei und siegte. Barros musste kurz vor dem Ziel noch um seinen zweiten Platz Zittern, als er bei einem weiteren Angriff auf Rossi zu optimistisch war und von der Streck abkam. Dennoch wurde der Brasilianer am Ende verdienter Zweiter.

 

Rennen Nr. 16 am 3. November 2002
Grand Prix von Valencia in Valencia 

Sieger: Alex Barros Schnellste Runde: Alex Barros
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 6
WM-Leader: V. Rossi (355 Pkt) WM-Platz Rossi: 1

Alex Barros gewann Zweikampf gegen Rossi

Die 120.000 Zuschauer in Valencia hätten sich kein spannenderes Finale zur Motorrad-Weltmeisterschaft wünschen können: Alex Barros und Valentino Rossi lieferten sich bis zum letzten Meter für Honda ein Duell um den Sieg. Lange Zeit führte Barros die MotoGP-Klasse in Spanien an, bis der alte und neue Weltmeister Valentino Rossi zur Mitte des Rennens an den Brasilianer herankam. Während Barros seinem Markenkollegen ein Zeichen gab, ihn zu überholen, zog der Italiener nicht vorbei. Im Windschatten jagte Rossi seinen Vordermann bis zur letzten Runde. Als Barros ein Fehler beim Anbremsen der ersten Kurve des 4,005 Kilometer langen Kurses unterlief, lagen beide Piloten kurzzeitig gleichauf. Barros aber bremste Rossi in der nächsten Kurve wieder aus und ließ sich seinen zweiten Saisonsieg nicht entgehen. Rossi ergänzte: „Was für ein hartes Rennen! Ich konnte mich hinter Alex halten, aber nur, weil ich 110 Prozent gab. Nun freue ich mich über meinen Podiumsplatz – ein Ergebnis, das ich noch nie zuvor in Valencia erzielt habe.“ Auch wenn Rossi mit elf Siegen den Bestwert von Michael Doohan von zwölf Saisonerfolgen verfehlt hat, erzielte der Italiener mit 355 Punkten einen neuen Rekord.


Valentinos Rennen vom Jahr 2003 auf einen Blick

Rennen Nr. 1 am 6. April 2003
Grand Prix von Japan in Suzuka 

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Loris Capirossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Rossis siegreicher Auftakt in Suzuka

Der vierfache Weltmeister Valentino Rossi ließ auch in der neuen Saison erst gar keine Zweifel an seiner ungebrochenen Motivation aufkommen: Mit 6,4 Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann und Markenkollegen Max Biaggi gewann Rossi den ersten von 16 Läufen zur Motorrad-WM 2003. Der "Doktor hatte in der 6. Runde die Führung übernommen von Loris Capirossi. Gemeinsam mit Biaggi machte der sich auf die Verfolgung, doch schon in der 10. Runde war Rossi drei Sekunden entwischt. Überschattet wurde das Geschehen vom schweren Unfall von Daijiro Kato. Der Honda-Pilot vom Telefonica MoviStar Honda Gresini Team verunglückte in der dritten Runde schwer, als er in der Anbremszone für die letzte Schikane stürzte. Er wurde per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wo gravierende Verletzungen an Kopf, Nacken und Brust festgestellt wurden. Der Japaner befand sich in einem kritischen Zustand und rang um sein Leben.

 

Rennen Nr. 2 am 27. April 2003
Grand Prix von Südafrika in Welkom

Sieger: Sete Gibernau Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Sete Gibernau Startplatz Rossi: 2
WM-Leader: Valentino Rossi  WM-Platz Rossi: 1

Zweiter Platz für Rossi hinter Gibernau

Das zweite WM-Rennen des Jahres war gekennzeichnet vom Tod von Daijiro Kato. Eine Woche zuvor war der Japaner an den Folgen seines schweren Unfalls beim Auftakt-Grand-Prix in Suzuka gestorben. Valentino Rossi war einer der ersten Fahrer, der darauf hin bessere Sicherheitsmaßnahmen an den Strecken verlangte. In Südafrika fand vor dem Rennen eine erste Sitzung mit den Verantwortlichen statt. Leider kam es in der Aufwärmrunde gleich zum nächsten Missgeschick. Kenny Roberts´ Suzuki ölte nach einem Motorplatzer die halbe Piste ein. Nur notdürftig konnte der Schaden mit Bindemittel behoben werden. Als ob das nicht genug gewesen wäre, verursachte Colin Edwards beim Start einen Sturz und riss seinen Aprilia-Kollegen Noriyuki Haga und Proton-Pilot Jeremy McWilliams mit in den Kies. Die Spitze hatte davon nichts mitgekommen. Valentino war an vierter Stelle gestartet hinter Troy Bayliss, Max Biaggi und Sete Gibernau. Der Spanier übernahm in der 11. Runde die Führung von Ducati-Pilot Bayliss. Rossi war nach wie vor Vierter hinter Biaggi. Bis Runde 19 dauerte es, ehe Rossi an Bayliss und Biaggi vorbei war. Gibernau hatte drei Sekunden Vorsprung an der Spitze. Rossi schaffte es mit einer gewaltigen Aufholjagd, den Spanier anderthalb Runden vor dem Ende einzuholen. Der Gresini-Honda-Pilot konnte die Angriffsversuche des Weltmeisters aber abwehren und rettete seinen ersten Platz über die Ziellinie. Der Spanier ehrte mit diesem Sieg, den zweiten in seiner Laufbahn, seinen verstorbenen Teamkameraden Daijiro Kato.

 

Rennen Nr. 3 am 11. Mai 2003
Grand Prix von Spanien in Jerez

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Loris Capirossi Startplatz Rossi: 5
WM-Leader: Valentino Rossi  WM-Platz Rossi: 1

Rossi siegt bei Europa-Auftakt in Spanien

130.000 begeisterte Zuschauer beim Motorrad-Festival im spanischen Jerez hatten beim MotoGP-Rennen allen Grund zum Feiern. Denn mit Valentino Rossi trotzte ein Publikumsliebling der Konkurrenz und der Hitze, die den Asphalt auf 41 Grad erwärmte. Der Weltmeister kämpfte sich nach einem schlechten Start noch in der ersten Runde vom siebten auf den zweiten Platz vor. Im vierten Umlauf drängelte sich Rossi mit seiner Honda RC211V an Loris Capirossi (Ducati) vorbei an die Spitze und baute seine Führung im Anschluss stetig aus. Valentino gewann locker mit sechs Sekunden Vorsprung vor Max Biaggi. Nebenbei markierte er mit 1.42,788 Minuten einen neuen Rundenrekord für die 4,423 Kilometer lange Strecke. Zur Freude der Fans feierte der Italiener seinen Triumph mit einem spektakulären Wheelie.

 

Rennen Nr. 4 am 18. Mai 2003
Grand Prix von Frankreich in Le Mans

Sieger: Sete Gibernau Schnellste Runde: Sete Gibernau
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Valentino Zweiter - Sete überholt ihn in letzter Kurve

Spannung bis zum letzten Meter – so präsentierte sich das MotoGP-Rennen im französischen Le Mans. Nachdem Honda-Pilot Valentino Rossi bis zur Hälfte der 28-Runden-Distanz souverän geführt und mehr als drei Sekunden Vorsprung herausgefahren hatte, setzte Regen ein. Das Rennen wurde daraufhin unterbrochen. Nach dem Neustart triumphierte der Spanier Sete Gibernau mit seinem zweiten Saisonsieg.
Voller Dramatik war die letzte Rennrunde: Rossi und Gibernau lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Duell. Gibernau überholte Rossi. Beim Versuch, die Führung zurück zu erobern, kam Rossi in der letzten Kurve fast von der Strecke ab. Nur mit 0,165 Sekunden Rückstand musste sich der Titelverteidiger mit Rang zwei hinter seinem Markenkollegen Gibernau zufrieden geben. Valentino Rossi war über den zweiten Rang nur leicht enttäuscht – schließlich konnte der Italiener seine Meisterschaftsführung auf 23 Punkte Vorsprung ausbauen. "Es war eine gute Show", meinte der Honda-Pilot. "Im Trockenen hatte ich eine gute Abstimmung. In der zweiten Rennhälfte war es für mich schwer, die Bedingungen einzuschätzen. In der letzten Runde versuchte ich, Sete zu überholen, aber ich kam zu weit von der Linie ab und musste mich mit dem zweiten Platz zufrieden geben."
 

 

Rennen Nr. 5 am 1. Juni 2003
Grand Prix von Italien in Mugello

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Loris Capirossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: Valentino Rossi  WM-Platz Rossi: 1

Rossi gewinnt Heim-Grand-Prix

Die Tifosi waren aus dem Häuschen. Beim Heim-Grand-Prix feierte Italien in der MotoGP-Klasse einen Dreifach-Erfolg mit Valentino Rossi als Sieger. Der „Doktor" behielt in einem spannenden und mitreißenden Rennen die Oberhand gegen Ducati-Pilot Loris Capirossi und Honda-Fahrer Max Biaggi.

Die Show war grandios, die Valentino Rossi Loris Capirossi und Max Biaggi sich an der Spitze geliefert hatten. Von Schonung für Herz und Kreislauf konnte nicht die Rede sein. Die drei Italiener lieferten sich den packendsten Kampf des Jahres um die Podiumsplätze.

In Runde zwölf übernahm Rossi die Führung von Biaggi. Capirossi blieb ihnen dicht auf den Fersen. Der Repsol-Honda-Werksfahrer machte mit einer schnellsten Runde gleich klar, dass er sich absetzen wollte. Doch zu mehr als 0,5 Sekunden reichte es zunächst nicht. 

Rossi ließ an der Spitze aber nichts mehr anbrennen. Loris Capirossi knallte zwar in der vorletzten Runde noch einmal einen Rundenrekord hin. Doch der Abstand zum Vordermann war zu groß. Mit Platz zwei, dem besten Ducati-Ergebnis bisher, und seinem zweiten Podiumsplatz in diesem Jahr zeigte sich Capirossi und sein Team aber in glänzender Laune. Valentino feierte hingegen seinen schon 53. Grand-Prix-Erfolg in seiner jungen Karriere.

 

Rennen Nr. 6 am 15. Juni 2003
Grand Prix von Katalonien in Barcelona

Sieger: Loris Capirossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Rossi Zweiter nach toller Aufholjagd im Finale 

Nur eine Woche nach dem MotoGP-Krimi in Mugello legte die Königsklasse im Motorradsport noch eine Schippe nach: Vor 96.000 Zuschauern in Barcelona belegten Honda-Superstar Valentino Rossi und sein Markenkollege, der Lokalmatador Sete Gibernau, hinter Loris Capirossi die Plätze zwei und drei. Rossi, Gibernau und Capirossi sowie Max Biaggi (Honda) und Carlos Checa (Yamaha) lagen zur Hälfte der 25-Runden-Distanz als geschlossene Fünfergruppe innerhalb von 2,5 Sekunden und zogen ihre Kreise. Jeder auf seine Chance wartend, gegebenenfalls blitzschnell in die kleinste Lücke vorzustoßen. Ausgerechnet Weltmeister Rossi, der die Fünfergruppe anführte, unterlief in dieser angespannten Situation ein entscheidender Fehler: In der vierten Kurve wurde seine Honda RC211V zu weit heraus getragen, Capirossi schlüpfte vorbei. Nur eine Runde später fuhr Rossi an exakt der gleichen Stelle gar ins Kiesbett. Zwar fing der Tabellenführer seine Maschine geschickt ab, dennoch fiel er neun Runden vor Rennende auf Platz sechs zurück. Aber Rossi steckte nicht auf und bot den Zuschauern eine der wohl spannendsten Aufholjagden der Grand Prix-Geschichte. In der drittletzten Runde stürmte er an Shinya Nakano (Yamaha), Checa und Biaggi vorbei, als wenn es zu überrundende Fahrer wären. Ein Umlauf später war Gibernau fällig. Nur Capirossi war uneinholbar enteilt. Rossi war nach dem Rennen hin und her gerissen: „Ich weiß nicht, ob ich mich über meinen tollen Endspurt freuen, oder mich über meinen riesen Fehler ärgern soll.“ Vielleicht hilft der Blick auf die Tabelle, sich für die Freude zu entscheiden: Dort führt Rossi mit 135 Zählern deutlich vor seinen Markenkollegen Sete Gibernau (88) und Max Biaggi (85). (Honda-News)

 

Rennen Nr. 7 am 28. Juni 2003
Grand Prix der Niederlande in Assen

Sieger: Sete Gibernau Schnellste Runde: Sete Gibernau
Pole Position: Loris Capirossi Startplatz Rossi: 3
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Rossi gab sich im Regen mit Platz drei zufrieden

Beim Regenrennen in Assen musste Valentino Rossi dem Spanier Sete Gibernau und Max Biaggi den Vortritt lassen. Mit Blick auf sein WM-Konto gab sich der Repsol-Honda-Werksfahrer mit dem dritten Platz zufrieden. Gibernau und Biaggi suchten gleich nach dem Start das Weite. Beide gingen auf der regennassen Strecke von Assen ein hohes Risiko ein. Zu hoch für Valentino. Er behielt die beiden Fahrer an der Spitze zwar lange in seinem Blickfeld. Doch spätesten als Gibernau noch risikoreicher fuhr und Biaggi immer mehr abhängte, begnügte Rossi sich mit dem dritten Platz. In den letzten drei Runden kam der vierfache Weltmeister zwar noch einmal bedrohlich nahe an seinen Erzfeind heran. Doch der "Doktor" ließ es dann doch gut sein. 

 

Rennen Nr. 8 am 13. Juli 2003
Grand Prix von England in Donington

Sieger: Max Biaggi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 4
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

10-Sekundestrafe kostete Valentino Rossi den Sieg

Valentino Rossi verlor seinen vierten Saisonsieg beim Britischen Grand Prix, weil er Loris Capirossi unter gelber Flagge überholt hatte und nachträglich eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe erhielt. Markenkollege Max Biaggi erbte den Sieg. Rossi wurde Dritter. Nach dem Rennen war zunächst Valentino Rossi unter Beifall von 72.000 begeisterten Fans auf die oberste Stufe des Podiums geklettert. Der Italiener hatte das Rennen mit 1,2 Sekunden Vorsprung vor seinen Markenkollegen Max Biaggi und Sete Gibernau beendet. Bei Lufttemperaturen von 27 Grad und Asphalt-Temperaturen von 38 Grad ging zunächst Max Biaggi von der Pole Position in Führung. Nach einem schwachen Start musste sich Valentino Rossi erst durch den Verkehr kämpfen. In der zweiten Runde kam es unter gelber Flaggen zum Überholmanöver gegen Loris Capirossi. Dieses Missgeschick kostete dem Doktor nach den Rennen 10 Sekunden Zeitstrafe, weil das Biaggi-Lager Prostest eingelegt hatte. Im weiteren Verlauf des Rennens sah Biaggi wie der sichere Sieger aus. In der 13. von insgesamt 30 Runden kam er allerdings ein kleines Stück von der Linie ab. Rossi nutzte die Chance und übernahm die Führung. Mit zwei Sekunden Vorsprung gewann er zunächst das Rennen, ehe er auf Rang drei zurückgestuft wurde. "Das Endergebnis ist für mich enttäuschend", erklärte Rossi nach der Verhängung der Zeitstrafe. "Denn ich habe die Flaggen nicht gesehen und habe nichts mit Absicht falsch gemacht. Ich bin enttäuscht, aber so sind die Regeln. Und ich kann nicht mit dem Gesetz streiten. Ich hoffe nur, dass dies nicht den Ausgang der Weltmeisterschaft beeinflusst."

 

Rennen Nr. 9 am 27. Juli 2003
Grand Prix von Deutschland am Sachsenring  

Sieger: Sete Gibernau Schnellste Runde: Max Biaggi
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 4
WM-Leader: Valentino Rossi WM-Platz Rossi: 1

Gibernau schnappt Rossi den Sieg vor der Nase weg

An dieser knappen Niederlage hatte Valentino Rossi arg zu knabbern. Schon seit dem 1. Juni wartet der Honda-Star auf einen Sieg. Ungewöhnlich lang. Nicht zuletzt hat Sete Gibernau nach seinem Sieg in Deutschland vier Siege auf seinem Konto, Valentino nur drei. Bröckelt etwa seine Dominanz?

Dafür war das Rennen am Sachsenring ein echter Thriller. Das Herzschlagfinale in der letzten Kurve entschied Gibernau mit einem minimalen Vorsprung von 60 Tausendstelsekunden für sich, Weltmeister Valentino Rossi blieb „nur“ der zweite Platz.

Dabei hatte Valentino Rossi, der den besten Start erwischt hatte, das Rennen schon mit einem Vorsprung von mehr als drei Sekunden angeführt. Doch Sete Gibernau knabberte Runde und Runde von diesem Vorsprung ab, ehe er das entscheidende Überholmanöver unmittelbar vor der Ziellinie setzte: In der Schlusskurve wählte er eine weniger weite Linie als sein Markengefährte, konnte so früher beschleunigen und den so gewonnenen, hauchdünnen Vorsprung ins Ziel retten.

„Ich bin über das Ergebnis etwas enttäuscht“, gab der Rossi zu. „Ich wollte schon am Anfang des Rennens davonziehen, aber das hat leider nicht funktioniert. Manchmal hatte ich in dieser Saison Pech mit dem Wetter oder den Regeln, diesmal habe ich am Ende einfach nur einen Fehler gemacht.“ 

 

Rennen Nr. 10 am 17. August 2003
Grand Prix von Tschechien in Brünn 

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: Valentino Rossi
WM-Leader: Valentino Rossi  WM-Platz Rossi: Valentino Rossi

Valentino Rossi nimmt Revanche für Sachsenring-Schlappe

Valentino Rossi nahm drei Wochen nach seiner schmerzlichen Niederlage auf dem Sachsenring Revanche. Diesmal war er es, der Sete Gibernau auf den letzten Metern eines sehr spannenden Rennens das Nachsehen gab. So hart kämpfen musste der Repsol-Honda-Werksfahrer schon lange nicht mehr für einen Sieg. Lange Runden kämpften neben Valentino auch noch Gibernau, Troy Bayliss, Loris Capirossi und Max Biaggi Rad in Rad um den Sieg. Erst in den letzten drei Runden trennte sich auf dem 5,4 km langen Kurs von Brünn die Spreu vom Weizen. Biaggi fiel zurück, Capirossi schied mit Defekt aus und auch Bayliss konnte das Tempo zum Schluss nicht mehr ganz mitgehen. Blieb das Duo Rossi-Gibernau. In der vorletzten Runde hatte der Spanier das Kommando übernommen. Rossi machte im letzten Turn zu allem Überfluss noch einen Bremsfehler. Doch der 24-jährige Italiener schloss die Lücke schnell. Auf der Gegengeraden bremste Rossi sich an Gibernau vorbei. Das wars noch nicht ganz. Der Spanier griff noch einmal in der letzten Kurve an. Doch diesmal war Rossi auf der Hut geblieben. Mit 54 Siegen schloss er zum Australier Mick Doohan auf.

 

Rennen Nr. 11 am 7. September 2003
Grand Prix von Portugal in Estoril 

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Loris Capirossi Startplatz Rossi: 3
WM-Leader: Valentino Rossi  WM-Platz Rossi: 1

Valentino Rossi landet Back-to-Back-Sieg

Valentino Rossi hat beim 11. WM-Lauf in Portugal wieder zugeschlagen. Gegen den 24-jährigen Italiener hatten seine beiden Landsleute Max Biaggi und Loris Capirossi eindeutig das Nachsehen. Wie ein Uhrwerk spulte der Repsol-Honda-Werksfahrer sein Pensum in der MotoGP-Klasse ab. Rossi gelang damit der erste Back-to-Back-Sieg des Jahres. Nicht zuletzt stellte der Fahrer aus Urbino mit seinem 5. Saisonsieg den Rekord von Mick Doohan ein, der 17 Mal in Folge auf dem Podium gestanden hatte. Den Australier hat er nun auch nach Anzahl Siegen (55) überholt. Nachdem Biaggi den besten Start erwischt hatte, führte der Römer lange Zeit das Rennen auf dem 4,182 km langen Kurs an. Rossi folgte seinem Erzrivalen 13 Runden lang wie ein Schatten. Danach sprang er an Biaggi vorbei und düste auf und davon. Beeindruckender kann man kein Rennen gewinnen.

 

Rennen Nr. 12 am 20. September 2003
Grand Prix von Brasilien in Rio 

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: Valentino Rossi  WM-Platz Rossi: 1

Valentino tanzte Samba mit der Konkurrenz

Beim MotoGP-Grand Prix in Rio de Janeiro war es einmal mehr Valentino Rossi, der auf seiner Repsol Honda RC211V unter strahlendblauem Himmel triumphierte. Der Italiener trug außerdem maßgeblich zum vorzeitgen Markentitel für Honda, den 15., teil. Mit seinem sechsten Saisonerfolg baute Rossi seine Führung in der Gesamtwertung auf 51 Punkte aus. Der Gesamtzweite Sete Gibernau reihte sich auch in Brasilien hinter dem amtierenden Weltmeister ein. Dahinter folgten Makoto Tamada, Max Biaggi und Nicky Hayden auf den Plätzen drei bis fünf. Rossi überholte den Spanier Gibernau in der neunten Runde und lies seinem Markenkollegen keine Chance. Zudem pulverisierte der Italiener den Rundenrekord und drückte ihn auf 1.50,453 Minuten. „Es war ein sehr, sehr schönes Rennen. Es ist mein vierter Sieg in Brasilien seit ich in der Königsklasse fahre“, jubelte der Superstar.

 

Rennen Nr. 13 am 5. Oktober 2003
Grand Prix des Pazifik in Motegi 

Sieger: Max Biaggi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Max Biaggi Startplatz Rossi: 3
WM-Leader: Valentino Rossi  WM-Platz Rossi: 1

Trotz eines kapitalen Fehlers auf Platz zwei

Ein grober Schnitzer in der neunten Runde zum Grand Prix des Pazifiks in Motegi (Japan) kostete Valentino Rossi vielleicht den Sieg. Zu diesem Zeitpunkt fuhr der Honda-Star auf der 4,8 km langen Strecke genau am Hinterrad des Führenden Max Biaggi. Der Römer hatte hinter Sete Gibernau den besten Start erwischt, überholte den Spanier aber schnell. Rossi pendelte sich an der dritten Stelle ein. Nach der fatalen neunten Runde befand sich der junge Italiener plötzlich auf den 9. Rang mit sieben Sekunden Rückstand hinter dem Spitzenquintett. Es dauerte aber nicht lange, da schloss Rossi zu den Führenden wieder auf. Biaggi war ganz vorne aber schon drei Sekunden enteilt. Dieses Loch konnte der Repsol-Honda-Fahrer nicht mehr zufahren, zumal Biaggi an diesem Tag ein fehlerloses Rennen fuhr. Doch auch mit Platz zwei konnte Rossi leben. Den erneuten Titelgewinn kann er schon eine Woche später in Sepang aus eigener Kraft einfahren.

 

Rennen Nr. 14 am 12. Oktober 2003
Grand Prix von Malaysia in Sepang 

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: Valentino Rossi  WM-Platz Rossi: 1

Zum dritten Mal in Folge Weltmeister

Valentino Rossi hat in Malaysia vorzeitig seinen dritten WM-Titel in der MotoGP-Kategorie, der Königsklasse des Motorradsports, eingefahren. Der italienische Honda-Pilot gewann den drittletzten Meisterschaftslauf auf dem Grand Prix-Kurs von Sepang vor seinen Markenkollegen Sete Gibernau und Max Biaggi. „Dottore“ Rossi stellte unter schwierigen Streckenbedingungen seine Extraklasse einmal mehr unter Beweis. Nachdem er seine Konkurrenz schon im Qualifying mit einer Fabelzeit weit hinter sich gelassen hatte, diktierte er auch im Rennen am Sonntag das Tempo. Mit seinem siebten Saisonsieg sicherte er sich zwei Rennen vor Saisonende seinen dritten MotoGP-Titel und die insgesamt fünfte Weltmeisterschaft. „Der fünfte Titelgewinn ist ein Traum“, jubelte der 24 Jahre alte Ausnahmepilot. „Es war ein hartes Rennen, aber es hat Spaß gemacht. Sete hat mich ganz schön unter Druck gesetzt und ich musste mich ziemlich anstrengend. Ich muss mich ganz herzlich bei Honda für die konstante Weiterentwicklung unseres Motorrades bedanken, denn nur so war dieser Sieg möglich“, so Rossi. Rossi war beim Start des Rennens zunächst auf Rang vier zurückgefallen, hatte sich dann aber binnen zwei Runden an Loris Capirossi (Ducati) und Carlos Checa (Yamaha) vorbeigeschoben. Im sechsten Umlauf schloss er zum Führenden Sete Gibernau auf – und bremste diesen in einem wohl überlegten Manöver in Runde acht erfolgreich aus.

 

Rennen Nr. 15 am 19. Oktober 2003
Grand Prix von Australien in Phillip Island  

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: Valentino Rossi  WM-Platz Rossi: 1

Souveräner Sieg trotz 10-Sekunden-Strafe

Honda-Star Valentino Rossi stürmte beim Grand Prix von Australien in unnachahmlicher Manier zu seinem achten Saisonsieg. Schon am Start zeichnete sich ein höchst turbulenter Rennverlauf ab, als Honda-Pilot Biaggi mit seiner mehr als 200 PS starken Maschine aus der zweiten Reihe an die Spitze jagte. Allerdings rutschte der Italiener in der gleichen Kurve wie Bayliss von der Strecke. Unterdessen ignorierte Rossi, der die Trainingsbestzeit gefahren war, eine Gelbe Flagge und erhielt dafür eine Zehn-Sekunden-Strafe. "Ich verstand zunächst gar nicht, was die Boxencrew mir mitteilen wollte", erklärte Valentino nach dem Rennen. "Ich habe dann einfach noch schneller gefahren, denn ich wollte nicht ein zweites Mal den Sieg wegen einer Zeitstrafe verlieren". Mit einer schnellsten Runde nach der anderen gelang es dem König des Motorradsports, die Strafzeit zu kompensieren und den 13. Saisonsieg für Honda zu sichern. „Das Rennen war unglaublich. Mein Rhythmus war super, aber das Wetter setzte uns Piloten schon gewaltig zu“, resümierte Rossi.

 

Rennen Nr. 16 am 2. November 2003
Grand Prix von Valencia 

Sieger: Valentino Rossi Schnellste Runde: Valentino Rossi
Pole Position: Valentino Rossi Startplatz Rossi: 1
WM-Leader: Valentino Rossi  WM-Platz Rossi: 1

Zum Abschied schenkt Rossi Honda neunten Saisonsieg

Beim Finale der MotoGP-Weltmeisterschaft in Valencia hat sich Weltmeister Valentino Rossi mit seinem neunten Saisonsieg nicht nur in die Winterpause verabschiedet, es war auch sein vorerst letztes Rennen für Honda. Trotz der schönen Erfolgsgeschichte mit dem besten Motorrad der Welt ging Rossi freiwillig von den Japanern weg. Drei Stunden nach dem Rennen ließ der MotoGP-Star die Bombe platzen. Dass der 24-jährige Italiener zu Yamaha gehen wird, gilt als sicher. Der Champ selbst ließ die Neuigkeit wegen des bis Ende des Jahres laufenden Vertrags aber nicht aus dem Sack.

Auch beim Finale in Valencia war Rossi eine Klasse für sich. Nur in der ersten und elften Runde musste der 24-Jährige die Führung kurz an Capirossi bzw. Gibernau abgeben. Die restlichen 28 Umläufe waren fest in der Hand des Italieners. „Ich habe hier noch nie gewonnen. Daher freut mich der Sieg besonders. Leicht war es heute nicht, denn Sete Gibernau hat mich ganz schön unter Druck gesetzt“, gab Rossi zu.

Mit 0,681 Sekunden Rückstand wurde der Spanier Zweiter. Sehr zu Freude von 121.000 Zuschauern. Ducati-Pilot Loris Capirossi lag als Dritter hingegen schon elf Sekunden zurück.

Rossi, der schon seit dem 14. Lauf als Weltmeister feststand, verbuchte 2003 insgesamt 357 Zähler auf seinem Punktekonto – mehr als jeder andere Fahrer vor ihm. Auch seine Bestmarke von 22 Podiumsplätzen in Folge egalisiert den bisherigen Rekord von Rennlegende Giacomo Agostini, aufgestellt zwischen 1967 und 1969.

Auf Honda ging nun eine der schillerndsten Erfolgsgeschichten im Motorradsport zu Ende. Doch alle sind sich sicher, dass Valentino Rossi auch seine nächste Herausforderung meistern wird.

Home | Steckbrief | WM-Bilanz | Umfragen | Quiz | WM 2000 bis 2003 | Gästebuch | Forum | Fotos